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Lagebericht

Risiko- und Chancenmanagement

Durch die hohe Dynamik im Einzelhandel und die Expansion der Unternehmensgruppe in neue Länder ist die DOUGLAS-Gruppe naturgemäß einer Reihe von Risiken ausgesetzt, die unmittelbar mit dem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Die Bereitschaft, Risiken einzugehen, ist gleichzeitig eine Voraussetzung dafür, Chancen gezielt nutzen zu können. Ein  ganzheitliches Risiko- und Chancenmanagement ist daher wichtiger Bestandteil der wertorientierten Unternehmensführung in der DOUGLAS-Gruppe.

Ganzheitliches Risikomanagement kennzeichnet die gezielte Sicherung und Nutzung bestehender und zukünftiger Erfolgspotenziale. Ziel des  Risikomanagements ist die frühzeitige Identifikation neuer Risiken, die stetige Neubewertung bekannter Risiken sowie die Ergreifung geeigneter Vorsorgeund Sicherungsmaßnahmen zur Vermeidung der Bestandsgefährdung der Unternehmensgruppe. Ziel des Chancenmanagements ist das frühzeitige Identifizieren, Beurteilen und Managen zukünftiger Erfolgspotenziale sowie die Ergreifung geeigneter Maßnahmen zur Umsetzung neuer Strategien und Innovationen. Die sich aus dem Chancenmanagement ergebenden Potenziale werden im Ausblick auf den Seiten 50 bis 55 erläutert.

Zur Sensibilisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinsichtlich möglicher Risiken sowie zur systematischen Erfassung, Kontrolle und Begrenzung dieser Risiken setzt die DOUGLAS-Gruppe das kontinuierlich weiterentwickelte DOUGLAS-Risiko-Radar ein. Mittels dieses Früherkennungssystems wird die Risikosituation des Konzerns EDV-gestützt abgebildet. Das  Früherkennungssystem besteht aus fest definierten Prozessen und Methoden, die eng mit den bestehenden Steuerungs- und Controllingsystemen im Unternehmen verbunden sind.

Zweimal jährlich dokumentieren die Risikoverantwortlichen der Konzerngesellschaften systematisch alle für die Einzelgesellschaften beziehungsweise Holdingbereiche wesentlichen Risiken. Die Risiken werden entsprechend ihrer potenziellen Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet sowie mit konkreten Maßnahmen zur Risikominderung  beziehungsweise -vermeidung versehen und regelmäßig aktualisiert. Ebenso wird der Erfolg abgeschlossener Maßnahmen dokumentiert. All diese Informationen werden für jede Einzelgesellschaft in einer Risiko-Landkarte (Risk-Map) zusammengefasst und lassen sich nach verschiedenen Kriterien auswerten. Die dokumentierten Risiken werden entweder turnusmäßig oder bei Überschreitung festgelegter Meldegrenzen ad-hoc dem Vorstand und den Board-Vorsitzenden gemeldet, sodass die zeitnahe Informationsversorgung über wesentliche Risiken stets gewährleistet ist.

Im Rahmen von Zielvereinbarungsgesprächen zwischen Vorstand und den Geschäftsführern der Einzelgesellschaften beziehungsweise den Zentralbereichsleitern der DOUGLAS HOLDING AG werden aktuelle und potenzielle Risiken und Chancen diskutiert und entsprechende Maßnahmen definiert und eingeleitet.

Die Konzernrevision überprüft im Zuge ihrer Ordnungsmäßigkeitsprüfungen im Auftrag des Vorstandes fortlaufend die Effizienz des Risiko-und Chancenmanagementsystems. Zusätzlich wird das System jedes Jahr vom Abschlussprüfer untersucht.

Die sich aus der Geschäftstätigkeit der DOUGLAS-Gruppe ergebenden maßgeblichen Risikofelder stellen sich wie folgt dar:

Umfeld- und Branchenrisiken /Geschäftsrisiken
Wesentliche Risiken aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung können sich vor allem bei Änderungen politischer und ökonomischer Faktoren ergeben. Die konjunkturellen Entwicklungen sowie Änderungen rechtlicher und steuerlicher Rahmenbedingungen spielen hier neben der Entwicklung der Kapitalmärkte, des Zinsniveaus und der Wechselkurse eine wesentliche Rolle.

Als international tätiger Lifestyle-Konzern sind Veränderungen des Konsumverhaltens sowie ein zunehmender Wettbewerb im Handel bedeutende Branchenrisiken für die DOUGLAS-Gruppe, denen es durch innovative Strategien zu begegnen gilt. Die wachsende Internationalisierung des Konzerns – im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die DOUGLAS-Gruppe beispielsweise 57 Filialen außerhalb Deutschlands eröffnet – reduziert zwar die Abhängigkeit vom nach wie vor besonders bedeutenden deutschen Markt. Allerdings entstehen durch die Internationalisierung neue Risiken. Diesen setzt die DOUGLAS-Gruppe die Anpassung der jeweiligen Vertriebslinien an die landesspezifischen Gegebenheiten entgegen. Erfahrene Geschäftsführer vor Ort beobachten und bewerten die nationalen politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen in den jeweiligen Ländern beständig und sorgfältig.

Absatzrisiken
Das Verhalten und die Wünsche der Konsumenten ändern sich nicht zuletzt durch alternative Vertriebskanäle und erfordern eine kontinuierliche Anpassung der Vertriebskonzepte an die Kundenwünsche. Mithilfe umfangreicher externer Marktstudien und der Analyse interner Verkaufsdaten werden deshalb Trends im Verbraucherverhalten aufgespürt und zügig in neue Vertriebskonzepte umgesetzt. Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang das neue Konzept „Douglas Day Spa“ sowie die wiederaufladbare Thalia-Geschenkkarte.

Ein ausgeprägtes Customer Relationship Management, bei dem die verschiedenen Zielgruppen der Gesellschaften direkt angesprochen werden, spielt neben der Weiterentwicklung der Eigen- und Exklusivmarkenkonzepte eine wichtige Rolle in der Kundenbindung und Umsatzförderung.

Ferner trägt das hohe Kompetenz- und Serviceniveau der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns wesentlich zu Qualität und Leistung bei und sichert den Tochtergesellschaften der DOUGLAS-Gruppe die führende Marktposition in ihren jeweiligen Märkten.

Beschaffungsrisiken
Um den Kundinnen und Kunden der DOUGLAS-Gruppe dauerhaft attraktive und zeitgemäße Sortimente anbieten zu können, unterhält die DOUGLAS-Gruppe enge und langfristige Geschäftsbeziehungen zu einer Vielzahl von Lieferanten und Herstellern.

Potenziellen Risiken in diesem Bereich begegnet die DOUGLAS-Gruppe in erster Linie mit langfristig ausgerichteten Lieferverträgen und kontinuierlichen Marktbeobachtungen. Gewährleistungsansprüche bei Produktmängeln oder Forderungen aus dem Produkthaftungsgesetz werden vertraglich durch Vereinbarungen von Rückgriffsansprüchen gegenüber Lieferanten und Herstellern abgesichert.

Forderungsausfallrisiko
Dem im Geschäftsjahr 2005/06 eingetretenen Schaden durch die Insolvenz des Geldentsorgers Heros wurde inzwischen mit geeigneten Maßnahmen begegnet. Der gesamte Prozess der Geldentsorgung wurde neu aufgesetzt und damit das Risiko aus dem Geldtransport von den Filialen zu den Banken reduziert. Gleichwohl lassen sich die verbleibenden Restrisiken weder durch organisatorische Maßnahmen noch durch Versicherungslösungen vollständig beseitigen.

Ansonsten ist das Forderungsausfallrisiko für die DOUGLAS-Gruppe nur von geringer Relevanz. Die kontinuierliche Bewertung und  Überwachung der Forderungen mittels eines aktiven Forderungsmanagements durch interne und externe Dienstleister minimiert das Risiko von Forderungsausfällen konzernweit. Risiken des baren und bargeldlosen Zahlungsverkehrs werden durch unternehmensweit gültige Richtlinien sowie systematische Prüfverfahren begrenzt. Die Ausfälle infolge des Einsatzes gefälschter Banknoten sind aufgrund der eingerichteten Kontrollverfahren unwesentlich.

Rechtliche Risiken
Die internationale Ausrichtung der DOUGLAS-Gruppe erfordert die Beachtung einer Vielzahl nationaler Gesetze und Richtlinien. Risiken aus deren Änderungen begegnet die DOUGLAS-Gruppe durch kontinuierliche und konsequente Beobachtung des jeweiligen Gesetzesumfeldes.

Grundsätzlich werden alle bedeutenden abgeschlossenen Verträge einer juristischen Prüfung durch die Rechtsabteilung der DOUGLAS HOLDING AG  unterzogen.

Rechtsstreitigkeiten, die sich zum Beispiel aus dem Markenrechtsschutz oder der Vertragsgestaltung ergeben, begegnet die DOUGLAS-Gruppe durch die frühzeitige Einbindung qualifi zierter Rechtsberater. Für verbleibende potenzielle Schadensfälle und Haftungsrisiken besteht ein ausreichender Versicherungsschutz, deren Umfang durch die DOUGLAS  Versicherungsvermittlung GmbH zentral angepasst und kontinuierlich optimiert wird. Rechtsstreitigkeiten, die einen entscheidenden Einfluss auf die wirtschaftliche Lage der DOUGLAS-Gruppe haben, sind zurzeit weder anhängig noch angedroht.

Informationstechnologische Risiken
Die Abhängigkeit von der Verfügbarkeit und Verlässlichkeit der Informationstechnologie (IT)-Systeme und die Vernetzung der einzelnen
Unternehmensbereiche stellen nicht nur hohe Anforderungen an die eingesetzten Informationstechnologien, sondern gleichzeitig ein zunehmendes Risikopotenzial für die DOUGLAS-Gruppe dar. Möglichen informationstechnologischen Risiken wird durch den Einsatz moderner Hardund Software nach aktuellen Sicherheitsstandards begegnet, die ständig überprüft und gegebenenfalls aktualisiert werden.

Die erforderliche Sicherheitsarchitektur wird durch die Einzelgesellschaften und die DOUGLAS Informatik & Service GmbH basierend auf einem gruppenweiten Basisschutzkonzept, der konzernweiten IT-Sicherheitsleitlinie, bereitgestellt.

Umfangreiche Vorkehrungen inklusive Firewalls und Virenschutz sowie umfangreiche Datenschutzschulungen aller betroffenen Mitarbeiter schützen die Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz der Rechnersysteme. Die  weitgehende Standardisierung der EDV-Infrastrukturen im Konzern ermöglicht ein effizientes Arbeiten.

Regelmäßige Kontrollen und Überwachungen der Systeme im Rahmen von Notfallplänen und Notfallübungen sowie ein hochmodernes Rechenzentrum gewährleisten darüber hinaus die Qualität und Sicherheit der Prozesse im Bereich der Datenverarbeitung.

Personalrisiken
Ausbildung, Motivation und Servicebereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind wesentliche Erfolgsfaktoren für die DOUGLAS-Gruppe. Zu den größten Personalrisiken zählt daher ein Know-how-Verlust infolge überdurchschnittlich hoher Fluktuation von qualifiziertem Personal sowie mangelnde Qualifikation und Serviceorientierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ferner besteht in den stark expandierenden Auslandsgesellschaften das Risiko, den Bedarf an qualifi ziertem Personal nicht ausreichend decken zu können.

Neben der Schaffung eines positiven Arbeitsumfeldes steht deshalb auch die betriebliche Aus- und Weiterbildung und die Förderung des  Management-Nachwuchses mittels internationaler Management-Entwicklungs-Programme im Zentrum der Personalarbeit.

Darüber hinaus bildet die DOUGLAS-Gruppe seit jeher eine überdurchschnittlich hohe Zahl junger Menschen in einer Vielzahl von Lehrberufen aus und sichert sich so ein großes Potenzial an künftigen Fach- und Führungskräften.

Finanzwirtschaftliche Risiken
Die finanzwirtschaftlichen Risiken der DOUGLAS-Gruppe und das Management dieser Risiken werden im Konzernanhang auf den Seiten 134 bis 137 beschrieben.

Gesamtbeurteilung der Risikosituation der DOUGLAS-Gruppe durch den Vorstand
Grundlage für die Beurteilung der Risikosituation durch den Vorstand ist das in der DOUGLAS-Gruppe eingesetzte Risiko- und Chancenmanagementsystem, das seinerseits einer kontinuierlichen Überprüfung durch die Konzernrevision unterzogen wird und vom Vorstand in Boardmeetings regelmäßig diskutiert wird.

Zu den potenziellen Risiken der DOUGLAS-Gruppe gehören zum einen nicht oder nur mittelbar beeinflussbare Faktoren, wie zum Beispiel die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland und Europa und die damit einhergehenden Veränderungen des privaten Konsums der Verbraucher.

Zum anderen gehören hierzu unmittelbar beeinflussbare, zumeist operative Risiken, gegen die die Gesellschaften der DOUGLAS-Gruppe geeignete Vorsorge- und Sicherungsmaßnahmen ergreifen.

Insgesamt ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt festzustellen, dass keine den Fortbestand der DOUGLAS-Gruppe gefährdenden Risiken, auch in Verbindung mit anderen Risiken, bestehen und zukünftige bestandsgefährdende Risiken nicht erkennbar sind.

Organisatorisch hat die DOUGLAS-Gruppe alle Voraussetzungen geschaffen, um rechtzeitig über potenzielle Risikosituationen informiert zu sein.

Rating des Unternehmens
Aufgrund der guten finanziellen Ausstattung der DOUGLAS-Gruppe besteht derzeit nicht die Notwendigkeit, den Finanzierungsbedarf der Gruppe durch Kapitalmarkttransaktionen zu decken. Vor diesem Hintergrund wurde in der Vergangenheit kein externes Rating in Auftrag gegeben.

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